(Schwäbisches Tagblatt Tübingen – 13. Januar 2017)
Bahnchaos rund um Stuttgart:
Zugausfälle nerven Pendler

Verkehr Personalengpässe und technische Mängel bescheren Reisenden im Land lange Wartezeiten. Die Bahn hat das Problem noch nicht im Griff. Von Tobias Knaack
 
Rund um Stuttgart häufen sich seit Weihnachten die Zugausfälle im Regionalverkehr und die Bahn hat das Problem trotz aller Lösungsversuche noch nicht im Griff. Allein in der ersten Januarwoche fielen dem Verkehrsministerium zufolge in Baden-Württemberg 330 Züge aus, davon 175 komplett und weitere 155 auf Teilstrecken. Zum Vergleich: In der ersten Dezemberwoche waren es 165 Ausfälle. Bereits damals galt die Situation als unbefriedigend, die Bahn gelobte Besserung.
 
Besonders betroffen sind Strecken für Pendler wie die Filstalbahn. Die Bahn gesteht ihnen zwar zu, dass sie bis 22. Januar teilweise IC- und EC-Züge ohne Aufpreis nutzen dürfen. Bahnfahrer, die nicht an einem IC-Halt wohnen, sind trotzdem auf Regionalzüge angewiesen.
 
Das Land als Auftraggeber ist mit der Entwicklung unzufrieden, hatte es doch bereits im Oktober auf eine rasche Verbesserung der Situation gedrängt. Es gibt nach wie vor erhebliche Rückstände bei der Fahr­zeug­in­stand­hal­tung, die Zahl der schon länger defekten Fahrzeuge ist unverändert zu hoch, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums. Hinzugekommen sei in den vergangenen Wochen zudem, dass aufgrund eines Fehlers in der Personaldisposition versäumt wurde, eine genügende Anzahl an Lokführern über die Feiertage und den Jahreswechsel zur Verfügung zu haben. Auftragnehmer DB Regio gab auf Anfrage an, dass die stark steigende Zahl an Zugausfällen vor allem einer Krankheitswelle geschuldet sei, die noch einmal deutlich stärker als im Oktober ausgefallen sei, als die Probleme erstmals in größerem Stile auftraten.
 
Technische Probleme an Wagen seien hingegen nicht so signifikant, wenngleich der Sprecher einräumte, dass von den neueren Wagen, die der DB Regio aus anderen Bundesländern zugegangen sind, noch keiner in Betrieb genommen worden sei. Sie befänden sich derzeit in den Werken, da zunächst geprüft werden müsse, ob die Software sich untereinander verträgt.