Verschleppungstaktik der Anti-Bahn-Mafia


(Leserbrief – Schwäbisches Tagblatt Tübingen, 11.2.2016)
 
CDU-Landtagskandidat Guido Wolf hatte in [Rottenburg-]Wurmlingen die Gäubahn als eine „internationale Hauptlinie” bezeichnet.
 
Internationale Strecke
 
Stuttgart- Zürich ist sehr wohl eine internationale Bahnstrecke und nach der Rheintalbahn die zweitwichtigste Zulaufstrecke von Nordeuropa zum Jahrhundertbauwerk Gotthard-Basistunnel (GBT) auf der Strecke nach Mailand, der im Juni 2016 zunächst mit dem Güterverkehr in den Vollbetrieb geht.
Die Franzosen haben nach dem Zweiten Weltkrieg aus Rache das zweite Gleis der Gäubahn zwischen Horb und Tuttlingen herausgerissen. Der verbindliche Staatsvertrag von Lugano 1996 (!) zwischen der Schweiz und Deutschland sieht den zweigleisigen Wieder-Ausbau der Gäubahn sowie eine Verkürzung der Reisezeit im Personenverkehr auf von heute weit über drei Stunden auf zweieinviertel Stunden vor.
Die zuverlässige Schweiz hat vertragstreu alle dafür notwendigen Maßnahmen schon längst abgeschlossen, und selbst in Italien sind die Anschlüsse wie Bivio Rosales längst betriebsbereit. Seitens der BRD dagegen die gewohnte inakzeptable Verschleppungstaktik der Anti-Bahn-Mafia: Im Rheintal sind nach einem Vierteljahrhundert (!) Bauzeit gerade mal 30 Prozent der Strecke viergleisig ausgebaut, und auf der Gäubahn als der zweiten Zulaufstrecke passiert überhaupt nix!
Der Skandal ist exemplarisch für die jahrzehntelange vorsätzliche Vernachlässigung der Infrastruktur ausgerechnet in den beiden wirtschaftsstärksten Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern seitens der brutalstmöglich bornierten Berlin. -, Bonn -, Bundes(!)autobahn-, Bundes(!)bahn- und Bun­des(!)­re­pu­blik­Po­lit­bon­zen, die uns stattdessen mit dem idiotischen Projekt „Stuttgart 21″ sekkieren, das jetzt auf weitere Jahrzehnte hinaus sämtliche intelligenten Investitionen buchstäblich flächendeckend verhindert!
 
Jörg Klingenfuß, Tübingen