Viel Ärger, null Service – Dienstleistungswüste DB!


(Renate Schelling – Leserbrief im “Schwäbischen Tagbatt Tübingen”, 5. Januar 2016)
Als einfache Pendlerin
Anderswo werden super schnelle neue ICEs auf die Schienen gesetzt, im Regionalverkehr bremst die Bahn ihre Kunden aus. Nicht nur vorübergehend, sondern bis auf Weiteres ist die Neigetechnik in den Re­gio­nal­zü­gen abgeschaltet. Leidtragende sind wieder mal die Berufspendler.
Über die Empfehlung der Bahn, einen früheren Zug zu nehmen, kann ich nur müde lächeln. Das mache ich schon längst, um auf der Horror-Strecke zwischen Tübingen und Stuttgart stets einen Puffer zu haben, falls es Weichen- oder Signalstörungen gibt, die Lok wegen technischer Probleme stehen bleibt oder der Zug gleich ganz ausfällt. Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft ich in den vergangenen Jahren hier buchstäblich auf der Strecke geblieben bin. Die Ammertalbahn ist keine Alternative, nachdem die Umsteigezeit zur S-Bahn jetzt auf drei Minuten (*) verkürzt wurde.
Besonders ärgerlich aber ist, dass die vorrangigen und nun langsameren Regionalzüge jetzt auch noch Verwerfungen bei der Hohenzollerischen Landesbahn auslösen. Morgens schaffe ich den Anschluss nach Stuttgart halbwegs, abends aber wird es beim Wechsel zur HZL eng, zumal die Züge seit dem Fahrplanwechsel jetzt früher abfahren. Zweimal hatte ich schon Pech. Wer nach 19.28 Uhr ankommt, muss bis 20.31 Uhr warten. Aber vermutlich liegt das daran, dass ich als einfache Pendlerin nicht zur hofierten ICE-Klien­tel gehöre. Rund 255 Euro kostet mich mein Ökogewissen im Monat. Kein Jobticket, aber viel Ärger und null Service. Dienstleistungswüste DB!
Renate Schelling, Dußlingen


(*)Anmerkung G.K.: Wenn S21 kommt wird die Umsteigezeit nur noch 1 Minute sein. Das ist eine der “Kleinigkeiten” die nötig waren damit S21 den “Stresstest” bestanden hat.


 

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Eine Antwort auf Viel Ärger, null Service – Dienstleistungswüste DB!

  1. Peter Boettel sagt:

    Die Erlebnisse von Renate Schelling lassen sich so weit fortsetzen, dass sie zu mehreren Büchern Anlass geben würden. Ich fahre zwar nur gelegentlich (rd sechs mal pro Jahr) mit der Bahn, aber meine Erlebnisse würden auch schon ein Buch füllen.

    Anstatt sich auf WLan zu stürzen, sollten Grube und seine überbezahlten Vorstände einschließlich der unzähligen Tochtergesellschaften lieber für eine funktionierende Bahn (Pünktlichkeit, funktionierende Türen und WC’s, Platz für Gepäck, hinreichende Streckenbedienung statt Ausdünnung oder Stilllegung etc.) sorgen.

    Nach meiner Erfahrung handelt es sich bei den S 21-Befürwortern überwiegend um Leute, die selbst nicht mit der Bahn fahren und daher auch keine Ahnung haben, was zu einem geregelten Bahnverkehr notwendig ist.

    Was die Umsteigezeit (Anmerkung G.K.) anbetrifft, reicht eine Minute gerade, um einen direkt gegenüberliegenden Zug ohne Querverkehr zu erwischen. Hat man, wie Frau Schelling schreibt, keinen Zeitpuffer eingerechnet, wird man bei den kurzen Haltezeiten im künftigen Tiefbahnhof nie den Anschlusszug erreichen. Insbesondere ist es schwierig, wenn man Platzkarten hat, die Wagenfolge aber nicht stimmt, die Umsteigezeit knapp ist und man deshalb an der nächstgelegenen Türe einsteigt, man über Gepäckstücke in den Gängen zum richtigen Waggon gelangen muss und dann die Reservierung möglicherweise aufgehoben ist. Das ist der Servive der Deutschen Bahn AG.

    Grube, Dobrindt & Co. müssten einen Monat lang im Berufsverkehr ohne Sonderabteile und andere Privilegien in normalen Zügen mindestens 50 km mit mindestens einem Umstieg im Zug fahren!

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