S21 – ein gesellschaftlicher Schwarzbau


(Jürgen Lauber – Rede zur 238. Stuttgarter Montagsdemonstration, 15.9. 2014)

Am 21. Juli habe ich ein umfangreiches Buch mit dem Titel “BauWesen / BauUnwesen” herausgegeben. Der Untertitel lautet: Warum geht Bauen in Deutschland schief? In der gleichen Woche war das Thema BauUnwesen mit einem großen Artikel in der Zeitung „Die Welt“. Am 28. Juli hat mich ein Kamerateam des ZDF völlig überraschend als Bauexperte zu Stuttgart 21 befragt. Zum Spatenstich am 4. August wurde dann ein Teil dieses Interviews im heute journal einem Millionenpublikum gezeigt. Ich hatte wenige Sekunden Zeit, um den Zuschauen zu vermitteln, dass ich S21 für ein unsinniges und schädliches Projekt halte.

In der Schweiz haben wir große Sackbahnhöfe wie Zürich und Luzern. Und trotzdem sind alle größeren Städte im Halbstundentakt verbunden. Das geht gut. Um noch mehr Verkehr zu bewältigen und noch schneller zu sein, werden bestehende Sackbahnhöfe Schritt für Schritt mit einzelnen unterirdischen Schnellbahnlinien erweitert.

Auf die abstruse Idee, den Zürcher Bahnhof unter die Erde zu legen, kamen vor einigen Jahren auch findige Immobilienleute. Da in der Schweiz, wie in praktisch allen entwickelten Ländern, bei Bauprojekten realistisch budgetiert wird, wurde allerdings schnell klar, dass sich das nie rechnet.

Nur in der europäischen Leitnation Deutschland werden Bauprojekte so billig gerechnet, wie es den Immobilienmagnaten im Hintergrund und den Protzpolitikern ins Bild passt.
Es ist be­schä­mend.


Der Publizist Dipl.Ing. Jürgen Lauber ist gebürtiger Bruchsaler, er lebt und arbeitet seit 14 Jahren in der Schweiz.
Den ganzen Text der Rede lesen (pdf)


 

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