“Der gute Facharbeiter” – Mangelware bei Stuttgart 21.

(Günter Klepser – mein persönlicher Kommentar, 19.2.2013)    Während meiner Elektromechaniker-Lehre bekam ich als junger Lehrling von meinem Lehrgesellen die – für mich damals tröstlichen – Worte zu hören:

“Mach Dir keine Sorgen, ein guter Facharbeiter zeichnet sich nicht dadurch aus, dass er keinen Murks macht, sondern er ist deshalb gut, weil er sein Vermurkstes wieder in Ordnung bringt.”

Wenn ich nun Nils Schmid, Claus Schmiedel und Konsorten betrachte, dann sind sie bei Stuttgart 21 mei­len­weit vom “guten Facharbeiter” entfernt. Sie schaffen es nicht einmal Murks zu erkennen, geschweige denn Vermurkstes in Ordnung zu bringen. Obwohl es inzwischen für jedermann immer deutlicher zu sehen ist, ignorieren sie, dass der Tiefbahnhof S-21 nicht nur aber vor allem wegen mangelnder Leistungsfähigkeit eine nicht zu tolerierende Fehlkonstruktion ist.

•  Die 32 Züge in der Spitzenstunde die der Tiefbahnhof leisten wird, verhindern einen guten in­te­gra­len Taktverkehr, wie ihn der Kopfbahnhof mit 56 Zügen heute schon ermöglichen könnte (mehr dazu hier…).
•  Wir brauchen in Baden-Württemberg vor allem eine Bahn-Infrastruktur nach Schweizer Vorbild: Für die arbeitende Bevölkerung, für die Pendler, für uns Alle. Anstatt dieses Ziel anzustreben argumentieren unsere Spitzengenossen nach wie vor mit der Schimäre “Magistrale Paris-Bra­tis­la­va”. Sie ignorieren, dass sie heute schon bequem mit dem TGV von Stuttgart nach Paris fah­ren können. Die Vielen die nach Bratislava fahren wollen, können das heute auch schon ohne große Umstände tun.

Dabei ist die Kostenexplosion auch ein Problem – aber gemessen an den Mängeln sicher nur zweitrangig.

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