Am Ende des Gleises – Altminister Spöri packt das blanke Entsetzen

(KONTEXT, 6.2.2013)    Wenn schon “Bild” fragt, ob der Bund Stuttgart 21 platzen lässt, dann ist Alarm in Berlin. Von dort kommt ein Papier, das bestätigt, was die Gegner schon immer be­hauptet ha­ben: S 21 geht nicht. Und die SPD kommt verschärft ins Grübeln. Nur Claus Schmiedel nicht.

Altminister Dieter Spöri packt das “blanke Entsetzen”
Zurück zur SPD, zu jener Infrastrukturpartei, die bisher in Treue fest stand. Mit “blankem Entsetzen” hat der einstige S-21-Befürworter Dieter Spöri die Nachrichten vernommen. Der frühere SPD–Wirt­schafts­mi­nis­ter hatte dem Projekt 1994 noch zugestimmt, weil ihm, so sagt er, zugesichert worden sei, der Bahnhof bleibe unangetastet. Danach sei das Bauwerk “massakriert” und “barbarisch” verunstaltet worden. Seit­dem fühlt er sich im gegnerischen Lager zu Hause und wundert sich darüber, wie “sorgenfrei” die Be­für­wor­ter den Betreibern gefolgt seien. Spöri warnt allerdings davor, angesichts der neuen Erkenntnisse in “Triumphgeheul” auszubrechen. Stattdessen müssten alle Beteiligten von den Barrikaden runter und Brücken bauen. Dies bezieht er auch ausdrücklich auf seine Partei, die SPD. Ihre Spitze müsse sich bewegen wie alle, fordert der Altminister. Alle Alternativen, Kombi- und Kopfbahnhof, müssten “vor­ur­teils­frei geprüft” werden, und so lange müssten störende Baumaßnahmen unterlassen werden.


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2 Antworten auf Am Ende des Gleises – Altminister Spöri packt das blanke Entsetzen

  1. Wolfgang Giesler sagt:

    Zitat aus der Stuttgarter Zeitung.de online:

    Der Regierungschef hatte in einem am Montag bekanntgewordenen Schreiben erklärt, er sei bereit, über Alternativen zu S 21 zu sprechen, wenn Bahn oder Bund das Thema anstoßen. SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel sprach daraufhin von einem “beispiellosen Affront”, weil Kretschmann damit die gemeinsame Linie von Grün-Rot verlasse, keine Ausstiegsgespräche zu führen.

    Da paßte es gut, dass ich aus dem Willy Brand Haus gestern u. a. folgende Antwort auf meine Frage erhielt, wann sich denn die Genossen in Berlin mal zu einer Stellungnahme zum Thema bereitfänden – “Mutti” habe sich ja schon festgelegt:

    Beste Grüße aus dem Willy-Brandt-Haus
    Nikolaus Kilian
    SPD-Parteivorstand
    Direktkommunikation
       Telefon: (030) 25 991-500
       Telefax: (030) 25 991-375
       E-Mail: parteivorstand@spd.de
       Internet http://www.SPD.de
    Die Bundestagsfraktion der SPD befasst sich auch mit dem Thema Stuttgart 21 und dort haben der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion Florian Pronold und der Sprecher der Arbeitsgruppe Verkehr, Bau und Stadtentwicklung Sören Bartol erklärt:
    “Wir verlangen nicht nur eine exakte Aufschlüsselung der Kostensteigerungen und weiterer Risiken, sondern auch ein durchgerechnetes Alternativszenario.”

    Was Kretschmann „Alternativen zu S 21“ nennt bezeichnet Florian Pronold als “Alternativszenario.” – Schon wieder ein “beispielloser Affront”.
    Gruß Wolfgang

  2. Rolf Fritz sagt:

    Stuttgart 21 würde für die Bahnkunden große Nachteile bringen, die technischen Probleme wären kaum lösbar und die Kosten würden weiterhin explodieren. Daher muß eine vernünfttige Lösung mit Kopfbahnhof erarbeitet werden. Auf den Bau eines neuen Stadtteils hinter dem Hauptbahnhof, von Anfang an eine Illusion, muß verzichtet werden. Beim Verzicht auf Stuttgart 21 erhält die Stadt Stuttgart von der Bahn für die Grundstücke, die an die Bahn zurückfallen, den Kaufpreis samt Zinsen, insgesamt ca. 700 – 8oo Millionen Euro zurück. So ist das also mit den Ausstiegskosten.

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