Aufklärung tut not: Verschiedene Sichten auf den Flughafenbahnhof

Antragstrasse, Dialog-Modell, Plan C
(Peter Schwarz – Waiblinger Kreis-Zeitung, 9.11.2012)     Der Filderbahnhof gehört zur Neubaustrecke Stuttgart–Wendlingen–Ulm und ist Teil des Projekts Stuttgart 21. Das Problem mit dem Filderbahnhof lässt sich auf verschiedene Arten beschreiben . . .

Die Sicht der Bahn: Wir haben doch ein Filderbahnhofsmodell vorgelegt (Antragstrasse genannt) – und wenn jetzt via Bürgerdialog Nachbesserungen gewünscht werden, ist das nicht unsere Schuld. Also sollen sich Stadt Stuttgart, Region und Land bitte an den Mehrkosten beteiligen.

Die Sicht der S-21-Gegner: Die Antragstrasse hat von Anfang an nichts getaugt, sie ist nicht einmal genehmigungsfähig. Die Bahn hat 2002 Antrag auf Zulassung eines Planfeststellungsverfahrens gestellt; Das Eisenbahnbundesamt hat abgelehnt. An diesem Konzept passt nichts zusammen: Fernverkehr und S-Bahnen kämen einander in die Quere, Verspätungen und Sicherheitsprobleme wären die Folge.

Im Filderdialog votierte die Bürgerschaft für eine Alternative zur Antragstrasse (nennen wir sie Dialog-Modell) – Fern- und Nahverkehr würden auseinanderdividiert und über verschiedene Strecken geführt. Das aber will die Bahn nicht – und deshalb steht derzeit Plan C im Raum: Er ähnelt der Antragstrasse, löst ein paar ihrer alten Probleme, wirft hier und da aber auch neue auf. Plan C wird in den Medien und von Politikern oft als „Ergebnis des Filderdialogs“ bezeichnet – aber viele Dialog-Teilnehmer halten Plan C für nicht schlüssig und mit Mehrkosten von 224 Millionen Euro für heillos überteuert.

Derzeit droht die Bahn: Wenn Stadt, Region und Land die Mehrkosten für Plan C nicht übernehmen, bauen wir einfach die Antragstrasse. S-21-Gegner halten das für ein haltloses Erpressungsmanöver – denn das hieße ja, zu einer nicht genehmigungsfähigen Lösung zurückzukehren.

Dazu gehört auch:
Die Presseerklärung der “Schutzgemeinschaft Filder”..
und – der erste Anlauf des Schwindels war schon im Januar 2012:
Empörend: Rainer Arnolds Forderung, “den Kostendeckel für S21 anheben”

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3 Antworten auf Aufklärung tut not: Verschiedene Sichten auf den Flughafenbahnhof

  1. U. Z. sagt:

    Wir haben in Baden-Württemberg einen Aachtopf, einen Blautopf und einen Brenztopf. Nun also auch noch einen “Sondertopf”. Kann mir aber jemand sagen, aus welcher Quelle dieser Topf gespeist werden wird? Bei den drei oben genannten Töpfen ist das klar, aber hier?
    224 Millionen €! Damit könnte man z.B. im Bildungswesen schon das ein oder andere Loch stopfen.

  2. Reinhard Geisser sagt:

    Ich schließe mich der Ulrike Zuschneid an. Ja merkt denn keiner von unseren etablierten Partei-Oberen wie sich der Niedergang unserer SPD im Land vollzieht. Heiner Geißler hatte unlängst versucht seine Oberen aufzuwecken indem er Ihnen ein Dasein und die Unmoderne von Gestern um die Ohren haute. Wann haute unserem Claus und seinen Mitstreitern mal jemand was um die Ohren?

  3. U. Z. sagt:

    Untenstehend ein Zitat aus den “Stuttgarter Nachrichten” vom 9.11.2012

    “In der grün-roten Landesregierung tobt ein offener Streit um das Ob und Wie der Finanzierung des Flughafenbahnhofs plus. Die Sozialdemokraten befürworten über ihren Fraktionschef Claus Schmiedel einen Sonder-Finanztopf für Verbesserungen der bisherigen Stuttgart-21-Planung am Flughafen. Die Grünen lehnen diesen kategorisch ab. Die SPD legte in dem Streit am Freitag nach. Man sei „nicht mit den Grünen verheiratet“, sagte Schmiedels Stellvertreterin Rosa Grünstein auf Anfrage unserer Zeitung. Bei den teuren Änderungen am Flughafen könne es „eine Mehrheit ohne die Grünen geben“. CDU und FDP haben ihre Arme für die Sozialdemokraten bereits ausgebreitet.”

    Gibt es dazu noch etwas zu sagen? Wie passt das zum obigen Beitrag?
    Ich finde allmählich keine Worte mehr für die SPD.
    *****

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