Hauptsache groß und teuer

(Alain Devalpo – Le Monde diplomatique, 10.8.2012)   Oft zeigt sich, dass Großprojekte nicht unbedingt darauf abzielen, Bedürfnisse zu befriedigen. So ist eine wahre Kultur entstanden, das Unnütze zu rechtfertigen. Doch das will gekonnt sein. Eine Anleitung für alle Macher von Großprojekten.

Eure Gegenoffensive muss sich stufenweise steigern. Unter Umständen müsst ihr eine Schmutzkampagne in der Presse lancieren. Wenn der Protest nicht im Keim erstickt werden kann, sollte euer Lobbying auf die Kriminalisierung des Gegners zielen. Antwortet auf die von den Demonstranten beanspruchte Legitimität mit der institutionellen Rechtmäßigkeit eures Vorhabens, beruft euch auf die öffentliche Gewalt. Und wenn man euch zum Kräftemessen drängt, zeigt eure Entschlossenheit. Auch ihr habt das Recht, euch zu äußern! Bringt die Protestierenden im Namen des Gemeinwohls vor Gericht, zur Not muss man sie eben mit Tränengas und hohen Geldstrafen bekämpfen. Lasst unter Umständen mit aller Härte zuschlagen, wie etwa in Stuttgart. Die Schlacht kann auch manu militari gewonnen werden, wie die Erfahrung beim Umgang mit dem radikalen Widerstand NO TAV (No treno ad alta velocità: kein Hochgeschwindigkeitszug) im italienischen Susatal gelehrt hat: Wenn es die Wendung der Ereignisse erfordert, sollte man nicht davor zurückschrecken, eine Baustelle zur “militärischen Zone von strategischem Interesse” zu erklären.
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