Auch damit wurden die Wähler am 27.11.2011 verschaukelt!

(Ingenieure22, – Presseerklärung, 22.3.2012:)
Dokumente belegen: Stuttgart 21 für nur 30 Züge geplant!
Bahn plante Stuttgart 21 von Anfang an als Rückbau!

Stuttgart, 22. März 2012: Bei ihren Recherchen zur Planfeststellung von Stuttgart 21 sind die Ingenieure22 auf bisher nicht bekannte Unterlagen gestoßen (bit.ly/GEEftm), die zweifelsfrei belegen: Stuttgart 21 war von Anfang an als Rückbau des Bahnknotens Stuttgart geplant! Zukünftig sollten im Stuttgarter Hauptbahnhof nur noch maximal 30 Züge in der Spitzenstunde verkehren – diese Vorgabe machte 1997 die Bahn selber für eine von ihr beauftragte Personenstromanalyse. Seitdem gab es keine Änderung der geplanten Bahninfrastruktur von S-21; die wesentlich höhere Leistungsfähigkeit des Tunnelbahnhofs, die inzwischen behauptet wird, steht nur auf dem Papier.

Besonders pikant: Eben dieses Gutachten gehört zwar zu den Planfeststellungsunterlagen, wurde dem Eisenbahnbundesamt aber trotz mehrmaliger Aufforderung erst im September 2002 zur Verfügung gestellt, offengelegt wurden diese Unterlagen nie, den Trägern öffentlicher Belange wie dem BUND wurden sie nicht zur Verfügung gestellt.

„Die Unterlagen, die wir jetzt gefunden haben, belegen eindeutig: Die Bahn hat mit Stuttgart 21 von Anfang an eine erhebliche Verkleinerung des Stuttgarter Bahnhofs geplant“, sagen Dipl.-Ing. Hans Heydemann und Wolfgang Jakubeit von den Ingenieuren22 für den Kopfbahnhof. „Bislang der Öffentlichkeit nicht bekannte Unterlagen aus dem Jahr 1997 belegen: Nur 30 Züge in der Spitzenstunde sind geplant, alles andere ist Werbegeschwätz. Unser Kopfbahnhof hingegen leistet mindestens 50 Züge in der Stunde. Folglich handelt es sich bei S21 um einen bedenklichen Rückbau von guter, funktionierender und leistungsfähiger Schienen-Infrastruktur – das darf nicht mit Steuergeldern finanziert werden!

Nun wird verständlich, dass alle neutralen Untersuchungen zur Leistungsfähigkeit des geplanten Tunnelbahnhofs etwa 30 Züge in der Spitzenstunde ergeben – denn genau das hatte die Bahn ja von Anfang an geplant. Erst als es darum ging, das Projekt politisch durchzusetzen, staatliche Finanzierung zu erlangen und eine Planfeststellung zu bestehen, schnellten die Angaben zur angeblichen Leistungsfähigkeit immer weiter in die Höhe – ohne dass sich am geplanten Bahnhof irgend etwas geändert hätte. Ein Rückbau von Infrastruktur darf aber nicht staatlich finanziert werden! Die massiven Eingriffe in den Denkmalschutz und den Umweltschutz sind unter diesen Umständen nicht zu rechtfertigen – die Planrechtfertigung durch die behauptete Leistungssteigerung ist somit hinfällig!

Die Tatsache, dass die Unterlagen zurückgehalten wurden, legt den Schluss nahe, dass die Bahn sehr wohl wusste, dass diese Aussagen im Widerspruch zur Planrechtfertigung stehen. Die Planfeststellung für Stuttgart 21 ist von der Bahn mit unlauteren Mittel beeinflusst worden!

Die Leistungsfähigkeit des bestehenden Kopfbahnhofs liegt bei mindestens 50 Zügen pro Stunde; das wurde im November letzten Jahres von der Nahverkehrsgesellschaft Baden- Württemberg geprüft und vom Verkehrsministerium offiziell bestätigt:
www.mvi.badenwuerttemberg.de/servlet/is/104632/

Anhang: Abfotografierte Unterlagen und EBA-Anschreiben, aus denen die verspätete Einreichung hervorgeht, sowie die von der Bahn gemachten Angaben zu den maximalen Zugzahlen im Tunnelbahnhof. In hoher Auflösung als ZIP-Datei: bit.ly/GEEftm Rückfragen: Dipl.-Ing. Hans Heydemann, 0711-628488 oder Carola Eckstein, 0152-53684818 Presseerklärungen und Hintergrundinfos / Presseportal: www.parkschuetzer.org/presse Internet: www.ingenieure22.de / Kontakt: presse@ingenieure22.de

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4 Antworten auf Auch damit wurden die Wähler am 27.11.2011 verschaukelt!

  1. Gerhard Manz sagt:

    S21 ist auch aus Sicht der Materialflussplanung ein Systemrückbau von einem höchst flexieblen und leistungsstarken Sortierspeicher zum Durchlaufsystem (first in first out.) Im Kopfbahnhof ist der Zug, der seine Station erreicht hat, aus dem Gesamtfluss ausgeschleust, vergleichbar mit einem Flugplatz. Dort parken die Flugzeuge auch nicht auf der Landebahn und mindern dadurch die Leistung. Kein noch so kleiner Flugplatz auf der Welt überbaut sein Vorfeld und lässt dafür 2 Flugzeuge gleichzeitig aut einer Landebahn parken.

  2. Ich wünschte, irgend jemand hätte noch die Kraft und das Geld, diesen Schwindel
    (und den vorangegangenen) juristisch anzugreifen. Nachdem dies in den vergangenen
    10 Jahren nicht erfolgreich war, habe ich auch jetzt wenig Hoffnung.

  3. Holger Hendel sagt:

    Einigermaßen gut informierten Menschen waren diese Fakten bereits seit langem bekannt; nun müssen diese zwingend der breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht werden. Weiterhin ist es erforderlich, aufgrund des ganzen von der Deutschen Bahn bisher geleisteten Betrugs
    juristisch – und zwar mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln – gegen das Immobilien-Projekt “Stuttgart 21″ vorzugehen. Möglicherweise kann dieser Schwachsinn ja doch noch gestoppt werden, bevor es gänzlich zu spät ist.

  4. Gerhard Gönner sagt:

    Solche Funde überraschen nicht, was die Bereitschaft der Planenden und Spekulierenden zur Irreführung der Bürger betrifft, und sie sind ein Beleg für die Einschätzung, dass wir in 10 Jahren sehr viel Geld für einen Murks ausgegeben haben werden, der dann die nachfolgende Generation noch weitere Jahre belasten und ärgern wird.

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